Verfügbare Testverfahren :
Die folgende Grafik zeigt die Veränderungen der Konzentration (Y-Achse) über die Zeit (X-Achse) der verschiedenen Probenmaterialien, die für die diagnostischen Tests verwendet werden. Nach der Exposition beginnt die Virämie innerhalb von 1 bis 2 Tagen und dauert etwa 3–4 Wochen an. Die Serokonversion (Antikörpernachweis) erfolgt in der Regel 14 Tage nach der Exposition und kann über viele Monate oder Jahre bestehen bleiben.


Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
- Nachweis einer spezifischen Sequenz viraler Nukleinsäure (DNA)
- Probenmaterial: Serum, Vollblut oder Gewebe
- Vorteile:
- Sensitivste und bevorzugte Methode zum Erregernachweis
- Mittlere Kosten
- Probenpools möglich, um Kosten zu senken ohne großen Sensitivitätsverlust
- Nachteile:
- Erfordert spezifische Primer
Hämadsorptionstest (HAT)
- Nachweis des Virus durch Anheftung der Erythrozyten an die äußere (zytoplasmatische) Membran von mit ASPV infizierten porzinen Makrophagen
- Probenmaterial: Serum oder Plasma
- Vorteile:
- Einer der Standard-Referenztests
- Nachteile:
- Einige Feldstämme zeigen keine Hämadsorption; negative Ergebnisse müssen in der Regel durch PCR bestätigt werden
Antigen-Enzyme-Linked Immunosorbent Assay (Ag-ELISA)
- Nachweis des Erregers
- Probenmaterial: meist Vollblut und ggf. spezifische Gewebe (Herstellerangaben beachten)
- Vorteile:
- Kommerzielle Kits verfügbar
- Relativ kostengünstig
- Nachteile:
- Deutlich geringere Sensitivität als PCR
- Probenpooling nicht empfohlen
- Negative Ergebnisse müssen in der Regel durch PCR bestätigt werden
Antikörper-Enzyme-Linked Immunosorbent Assay (Ab-ELISA)
- Nachweis von Antikörpern
- Probenmaterial: Serum oder Plasma
- Vorteile:
- Tiere bleiben über Monate bis Jahre positiv
- Einsatz bei chronischen Fällen möglich
- Einsatz bei niedrig virulenten/subklinischen Infektionen möglich
- Serokonversion nach 7–10 Tagen
- Zur Zeit sind keine kommerziellen Impfstoffe vorhanden, die die Interpretation positiver Ergebnisse verfälschen würden
- Nachteile:
- Seropositivität erst nach 7–10 Tagen
- Keine Unterscheidung zwischen maternalen Antikörpern und Infektion möglich
Indirekter Immunfluoreszenz-Assay (IFA)
- Nachweis von Antikörpern
- Probenmaterial: Serum oder Plasma
- Vorteile:
- Bestätigungstest für unerwartet positive ELISA-Ergebnisse
- Nachteile:
- Tiere müssen mindestens 1 Woche infiziert sein
- Nicht für große Probenzahlen geeignet
- Ergebnisse abhängig vom verwendeten Virusisolat
- Starke Abhängigkeit von der Erfahrung des Laborpersonals

Indirekter Immunperoxidase-Test (IPT)
- Nachweis von Antikörpern
- Probenmaterial: Serum oder Plasma
- Vorteile:
- Bestätigungstest für unerwartet positive ELISA-Ergebnisse
- Nachteile:
- Tiere müssen mindestens 1 Woche infiziert sein
- Nicht für große Probenzahlen geeignet
- Ergebnisse abhängig vom Virusisolat
- Starke Abhängigkeit von der Erfahrung des Laborpersonals

Interpretation der Ergebnisse:
Oft sind mehrere Tests notwendig, um ASP-Diagnosen korrekt zu interpretieren.
Tabelle 1. Interpretation der ASP-Diagnosetests. Quelle: Europäisches Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest.
| Test | Ergebnis | Wahrscheinlichste Szenarien |
|---|---|---|
| PCR | Schwach positiv Ct>35) | Das Tier wurde vor kurzem infiziert und hat noch keine Serokonversion durchlaufen (<7 Tage). Klinische Symptome sind möglicherweise noch nicht erkennbar. |
| Ab-ELISA | Negativ | |
| IPT | Negativ | |
| PCR | Positiv | Das Tier wurde vor kurzem infiziert, zeigt klinische Symptome und befindet sich in der beginnenden Serokonversion (7–10 Tage). |
| Ab-ELISA | Negativ | |
| IPT | Positiv | |
| PCR | Positiv |
a) Infektion läuft ab. Das Tier ist weiterhin virämisch, zeigt klinische Symptome und hat bereits eine Serokonversion durchlaufen (>10 Tage). b) Reinfektion eines Tieres mit bereits vorhandenen Antikörpern aus einer früheren Infektion (genesenes, überlebendes Schwein). Der IPT-Titer liefert Informationen zum Zeitpunkt der Infektion. ![]() |
| Ab-ELISA | Positiv | |
| IPT | Positiv | |
| PCR | Schwach positiv (Ct>35) oder Negativ |
a) Zurückliegende Infektion. Das Tier hat sich von einer akuten oder subakuten Infektion erholt und zeigt möglicherweise keine klinischen Symptome. b) Das Tier war mit einem attenuierten Stamm infiziert (mit oder ohne klinische Symptome). c) Reinfektion eines Tieres mit bereits vorhandenen Antikörpern aus einer früheren Infektion (genesenes, überlebendes Schwein). Der IPT-Titer liefert Informationen über den Zeitpunkt der Infektion. |
| Ab-ELISA | Positiv | |
| IPT | Positiv |
PCR
- Positiv: Virus vorhanden; aktuelle Infektion
- Negativ: kein Virus nachweisbar oder späte Phase der Infektion
HAT
- Positiv: aktuelle Infektion
- Negativ: negativ, nicht-hämadsorbierende Stämme oder späte Infektion; Bestätigung durch PCR erforderlich
Ag-ELISA
- Positiv: aktuelle Infektion
- Negativ: niedrige Viruslast oder späte Infektion; Bestätigung durch PCR erforderlich
Ab-ELISA
- Positiv: maternale Antikörper oder zurückliegende Infektion (>7–10 Tage)
- Negativ: keine Infektion oder zu frühe Infektion
IFA
- Positiv: maternale Antikörper oder zurückliegende Infektion (>7–10 Tage)
- Negativ: keine Infektion oder zu frühe Infektion
IPT
- Positiv: maternale Antikörper oder zurückliegende Infektion (>7–10 Tage)
- Negativ: keine Infektion oder zu frühe Infektion
Szenarien
Wichtig: In einigen Ländern ist vor jeder ASP-Diagnostik eine Genehmigung durch die Behörden erforderlich.
Verdacht auf akuten ASP-Ausbruch (alle Altersgruppen)
- Vollblut von mehreren betroffenen Tieren → PCR (Pooling möglich)
- Milz und Tonsillen von verendeten Tieren → PCR (Pooling möglich)

Verdacht auf chronische ASP-Zirkulation ohne Mortalität
- Vollblutproben von 30 Schweinen mit klinischen Symptomen entnehmen (gezielte Probenahme) oder zufällig ausgewählte Tiere ohne klinische Symptome beproben und mittels PCR untersuchen (Probenpooling kann in Betracht gezogen werden) sowie zusätzlich jedes Tier einzeln mittels Ab-ELISA testen.














