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Die Antibiotikaresistenz von durch Lebensmittel übertragenen Bakterien stellt in Europa weiterhin Bedenken für die öffentliche Gesundheit dar

Antibiotikaresistenz bei häufig vorkommenden über Lebensmittel übertragenen Bakterien wie Salmonella und Campylobacter stellt weiterhin ein Problem für die öffentliche Gesundheit in ganz Europa dar.

23 Februar 2026
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Ein großer Teil der Campylobacter- und Salmonella-Isolate sowohl vom Menschen als auch von der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren zeigt weiterhin Resistenz gegen Ciprofloxacin, ein wichtiges Antibiotikum zur Behandlung schwerer Infektionen beim Menschen. Während die Resistenz gegen Ciprofloxacin bei Salmonella-Isolaten von der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren durchgehend hoch ist, hat die Resistenz bei Salmonella-Infektionen beim Menschen in den letzten Jahren zugenommen.

Dieser Trend ist besorgniserregend, da die Resistenz gegen Ciprofloxacin die Wirksamkeit der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten einschränkt. Bei Campylobacter ist die Resistenz in Europa mittlerweile so weit verbreitet, dass Ciprofloxacin für die Behandlung von Infektionen beim Menschen nicht mehr empfohlen wird. Um seine anhaltende Wirksamkeit in der Humanmedizin zu gewährleisten, wurden Beschränkungen für seine Anwendung bei Tieren eingeführt.

In ganz Europa weist ein hoher Anteil der Salmonella- und Campylobacter-Isolate sowohl vom Menschen als auch von der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren eine Resistenz gegen häufig angewendete Antibiotika auf, darunter Ampicillin, Tetracycline und Sulfonamide.

Darüber hinaus muss der Nachweis von Carbapenemase produzierenden E. coli-Bakterien bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren und in Fleischerzeugnissen in mehreren Ländern sorgfältig beobachtet werden. Bei Carbapeneme handelt es sich um Reserveantibiotika für den Menschen. Sie sind nicht zur Anwendung bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren zugelassen. Die Zahl der gemeldeten nachgewiesenen Fälle nimmt zu, und die Quellen müssen weiter untersucht werden.

Wenngleich ein hoher Anteil der Salmonella- und Campylobacter-Isolate vom Menschen und von der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren weiterhin gegen häufig angewendete Antibiotika resistent ist, haben mehrere Länder im Laufe der Zeit eine Abnahme der Resistenz gegen bestimmte Antibiotika gemeldet, was zeigt, dass gezielte Anstrengungen etwas bewirken können.

Bei Salmonella ist die Resistenz der von Menschen isolierten Bakterien gegen Ampicillin und Tetracycline in den letzten zehn Jahren in 19 bzw. 14 Ländern deutlich zurückgegangen. Auf EU-Ebene wurden auch bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren positive Trends festgestellt, mit abnehmender Resistenz gegen Tetracycline bei Masthühnern sowie gegen Ampicillin und Tetracycline bei Truthühnern.

Bei Campylobacter ist die Resistenz gegen Erythromycin, ein im Rahmen der Erstlinientherapie angewendetes Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen mit Campylobacter beim Menschen, im letzten Jahrzehnt in mehreren Ländern sowohl beim Menschen als auch bei einigen der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren zurückgegangen.

Darüber hinaus ist die kombinierte Resistenz gegenüber äußerst wichtigen Antibiotika, d. h. die gleichzeitige Resistenz gegen mehr als eines dieser Antibiotika, bei Salmonella, Campylobacter und E. coli im Allgemeinen nach wie vor gering.

Schließlich haben sich frühere Verbesserungen in einigen Bereichen verlangsamt, insbesondere bei E. coli, wo sich die Resistenz gegen einige Stoffe bei Geflügel stabilisiert und nicht weiter abgenommen hat. Einige Länder konnten jedoch die Antibiotikaresistenz bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren verringern und trugen so zu einer allgemeinen Verbesserung auf EU-Ebene bei.

Diese Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig das Konzept „Eine Gesundheit“ ist, bei dem der Tatsache Rechnung getragen wird, dass die Gesundheit von Mensch und Tier und die Lebensmittelerzeugung eng zusammenhängen.

18. Februar 2026 / EFSA/ Europäische Union.
https://www.efsa.europa.eu

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