Artikel über Tiergesundheit in Artikel

Hans Nauwynck: Viren verstehen – von der Zelle bis zum landwirtschaftlichen Betrieb

Hans Nauwynck definiert sich selbst als Veterinärvirologen, der mit chirurgischer Präzision im Labor arbeitet, um ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie tierische Viren mit ihren Zielzellen interagieren. Doch damit nicht genug: Sein tiefes Verständnis des biologischen Verhaltens von Viren ermöglicht es ihm, viele Fragen nach den Gründen und Ursachen zu beantworten, die für ein besseres Verständnis der Pathogenese von Viruserkrankungen und die Entwicklung wirksamer Bekämpfungsstrategien so wichtig sind.

Orale Impfstoffe gegen Erkrankungen der Atemwege: Aktivierung des gemeinsamen mukosalen Immunsystems

Die orale Impfung von Schweinen, die bisher auf enterische Krankheitserreger beschränkt war, entwickelt sich zunehmend zu einer innovativen Strategie gegen Atemwegserkrankungen. Durch die Nutzung des Potenzials des gemeinsamen mukosalen Immunsystems (Common Mucosal Immune System, CMIS) können neue Formulierungen ausgehend vom Darm Immunantworten in entfernten Schleimhautbereichen auslösen.

Schematische Darstellung der Aktivierung des gemeinsamen mukosalen Immunsystems durch einen oralen Impfstoff

Aktivierung des gemeinsamen mukosalen Immunsystems durch orale Impfstoffe

Die Erforschung der Mechanismen des gemeinsamen mukosalen Immunsystems (Common Mucosal Immune System, CMIS) hat gezeigt, dass oral verabreichte Impfstoffe in der Lage sind, koordinierte Immunantworten an verschiedenen Schleimhautbereichen im Körper zu aktivieren. In diesem Beitrag wird erläutert, wie eine lokale Aktivierung im GALT (Darm-assoziiertes Lymphgewebe) eine schützende Wirkung in entfernten Schleimhautgeweben, wie etwa im Respirationstrakt, auslöst und so die Reichweite des Immunschutzes erweitert.

Zunehmende Belege dafür, dass phytogene Futtermittelzusatzstoffe die Widerstandsfähigkeit von Ferkeln beim Absetzen stärken

Eine der größten Herausforderungen während des Absetzens ist Durchfall, von dem in europäischen Ländern fast 25 % der Ferkel betroffen sind. Eine vielversprechende Strategie zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und zur Unterstützung der Ferkel bei der Bewältigung des Stresses beim Absetzen kann u. a. der Einsatz von phytogenen Futtermittelzusatzstoffen sein.