Ein Jahr, nachdem die EU-Kommission die Vision für Landwirtschaft und Ernährung auf dem Weg gebracht hatte, erörterten die Ministerinnen und Minister den Sachstand. Sie bewerteten die bisherigen Fortschritte und führten einen Gedankenaustausch darüber, ob die laufenden und geplanten Initiativen angemessen sind, insbesondere angesichts der neuen geopolitischen Entwicklungen, des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten, der Marktvolatilität und der klimabezogenen Herausforderungen. Bei den bisher durchgeführten Maßnahmen begrüßten viele insbesondere den Fokus auf dem Generationswechsel und die Fortschritte bei der Vereinfachung; es wurde aber auch hervorgehoben, dass noch weitere geeignete Maßnahmen ergriffen werden müssen. Ferner wurden zusätzliche notwendige Maßnahmen erörtert, um die Widerstandsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Ernährungssicherheit im gesamten Agrar- und Lebensmittelsektor der EU zu stärken.
Auf der Grundlage von Informationen der Europäischen Kommission gab der Rat weitere politische Leitlinien für den Umgang mit handelsbezogenen Agrarfragen vor. Die Mitgliedstaaten brachten ihre Unterstützung für die im Rahmen des Mercosur-Abkommens angenommenen Schutzmaßnahmen zum Ausdruck, und einige von ihnen beantragten, diese Maßnahmen auf alle Handelsabkommen auszuweiten. Sie begrüßten ferner den Plan der Europäischen Kommission für Maßnahmen auf Gegenseitigkeit, wozu unter anderem gehört, dass die Rückstandshöchstmengen für die schädlichsten Stoffe auf null gesenkt werden. Außerdem wurde begrüßt, dass die Kommission eine Folgenabschätzung und einen Aktionsplan auf den Wege gebracht hat, die möglicherweise zu einem vollständigen Verbot von Produkten führen, die in der Europäischen Union verbotene Stoffe enthalten. Die Mitgliedstaaten begrüßten außerdem die Zusage der Kommission, die Grenzkontrollen innerhalb der EU zu verstärken und vermehrt Audits in Drittländern durchzuführen.

Nicht zuletzt forderten die Mitgliedstaaten die Kommission angesichts der derzeitigen geopolitischen Lage nachdrücklich auf, rasch einen umfassenden Plan zur Senkung der Produktionskosten auszuarbeiten, vor allem für den Fall, dass die Energiekrise anhalten sollte. Dieser sollte unter anderem Maßnahmen zur Bewältigung der steigenden Kosten von Düngemitteln und anderen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln umfassen.
Auf Initiative des zyprischen Vorsitzes führten die Ministerinnen und Minister einen Gedankenaustausch über die Förderung der Energiewende im Fischerei- und Aquakultursektor der EU. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Frage, wie die Abkehr von fossilen Brennstoffen beschleunigt und gleichzeitig die wirtschaftliche Lebensfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Sektors erhalten werden kann. Zwar werden Anstrengungen unternommen, um den Übergang zu erneuerbaren und CO₂-armen Energiequellen zu unterstützen, allerdings stellen sich nach wie vor erhebliche Herausforderungen, darunter veraltete Flotten, eine geringe Rentabilität, schwierige Arbeitsbedingungen und ein nur begrenzter Generationswechsel. Diese strukturellen Probleme in Verbindung mit geopolitischem Druck und Wettbewerb um den Meeresraum erschweren den Übergang und machen deutlich, dass koordinierte Maßnahmen erforderlich sind.
30. März 2026 / Rat der Europäischen Union / Europäische Union.
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