SKW Piesteritz: Emissionsminderung vom Stall bis aufs Feld

23. September 2026 - SKW Piesteritz

02-Okt-2026 (vor 21 Tage)

logoEin effizientes Emissionsmanagement wirkt mittlerweile als Katalysator für neue, intelligente Ansätze in allen landwirtschaftlichen Produktionsfeldern. Unter dem Leitgedanken „SKW Piesteritz – Emissionsminderung vom Stall bis aufs Feld“ präsentiert das Unternehmen auf der EuroTier 2026 in Hannover ein Lösungsportfolio, das unterschiedliche Aspekte der landwirtschaftlichen Wertschöpfung miteinander verbindet. Im Mittelpunkt stehen die ATMOWELL®-Technologie zur Minderung von Ammoniakemissionen im Stall, der neue Stickstoffoptimierer PIADIN® neo für organische Dünger sowie die klimafreundlicheren und emissionsoptimierten Stickstoffdünger der alpha-Linie.

„Wir reduzieren Emissionsminderung nicht auf eine einzelne Maßnahme. Entscheidend ist der Blick auf das Gesamtsystem Landwirtschaft“, sagt Antje Bittner, Geschäftsführerin der SKW Piesteritz. „Mit unseren Lösungen setzen wir an unterschiedlichen Stellen des Nährstoffkreislaufs an – im Stall, bei organischen Düngern und bei der mineralischen Stickstoffdüngung. Wir geben Landwirten praxistaugliche Werkzeuge an die Hand, mit denen sich Umweltwirkung und effiziente Produktion verbinden lassen.“

ATMOWELL®: Ammoniakminderung beginnt im Stall
Mit ATMOWELL® hat SKW Piesteritz die Grundlage für eine Technologie geschaffen, die direkt an der Hauptemissionsquelle im Stall ansetzt. Der gezielt auf den Stallboden applizierte Ureaseinhibitor verzögert die enzymatische Umwandlung von Harnstoff und reduziert so die Ammoniakfreisetzung. Die bereits auf der EuroTier 2024 mit dem Innovation Award in Silber ausgezeichnete ATMOWELL®-Technologie senkt die Ammoniakemissionen auf planbefestigten Böden im Milchkuhstall nachweislich um durchschnittlich 58 Prozent. Das flexibel in Bestands- und Neubauten integrierbare System eröffnet Bauplanern und Landwirten einen hocheffizienten Weg zur sicheren Erfüllung anspruchsvoller Umweltauflagen.

>> Premiere: Pilotanlage auf Milchviehbetrieb installiert
Als richtungsweisender Präzedenzfall für einen entsprechenden Zulassungserfolg gilt der Betrieb Timmering-Brandl Milch KG. Nach Prüfung des Immissionsschutzgutachtens, erstellt über den zuständigen Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, hat der Landkreis Osnabrück die rechtskräftige Baugenehmigung für die Erweiterung auf 500 Kuhplätze am Betriebsstandort erteilt.

Diese weltweit erste ATMOWELL®-Anlage auf Praxisebene hat im August 2026 erfolgreich den regulären Betrieb gestartet. Die Umsetzung erfolgte als reine Nachrüstung über eine Dosier-, Misch- und Befülleinheit in Kombination mit dem bewährten BETEBE SmartScraper-Entmistungssystem. Ausschlaggebend für die Systemwahl waren neben der Emissionsminderung die einfache bauliche Integration im Bestandsbau sowie das überzeugende Kosten-Nutzen-Verhältnis. Weitere Milchviehbetriebe haben über diesen Ansatz bereits Baugenehmigungen erwirkt oder Antragsverfahren initiiert.

SKW Piesteritz

>> NEU: Wirkungsnachweis für Spaltenboden erbracht
Eine aktuelle Studie zur Wirkung von ATMOWELL® in einem Milchviehstall mit Spaltenboden, durchgeführt in Kooperation mit der LUFA Nord-West und dem Institut für landwirtschaftliche Verfahrenstechnik aus Kiel, bestätigt das Potenzial und die große Bandbreite der Technologie und zeigt, dass das System auch bei dieser in Deutschland vorherrschenden Bauweise zuverlässig greift.

„Mit einer nachgewiesenen Ammoniak-Minderungsrate von durchschnittlich 27 Prozent auf Spaltenböden mit Güllekeller wurden essentielle wissenschaftlich belastbare Daten für zukünftige Genehmigungsverfahren geliefert“, erklärt Dr. Bastian Hildebrand, Produktmanager für ATMOWELL®. „Dadurch eröffnen sich vielen Milchviehhaltern völlig neue Chancen hinsichtlich der Einhaltung von Vorgaben zur Emissionsminderung.“

>> Innovations-Pipeline: Sprung in den Schweinestall
Angesichts der Anforderungen der novellierten TA Luft bereitet SKW Piesteritz den Transfer des Wirkprinzips der Urease-Hemmung auf die Mastschweinehaltung vor, um Betrieben eine entscheidende Perspektive zur Standortsicherung zu bieten. Die grundlegende Wirksamkeit wurde bereits im abgeschlossenen Verbundprojekt EmiMin zweifelsfrei belegt: Je nach Haltungsform wurden Ammoniak-Minderungsgrade zwischen 20 und 32 Prozent nachgewiesen. Auf diesen Ergebnissen aufbauend wird im aktuellen, ebenfalls auf Bundesebene geförderten Folgeprojekt IMPROVE ein automatisiertes Applikationssystem entwickelt. Die entsprechenden Untersuchungen finden unter anderem am Versuchsstandort der Landwirtschaftskammer Niedersachsen statt, mit dem Ziel bis spätestens 2030 eine Praxistauglichkeit zu erreichen.

PIADIN® neo: Organische Düngung neu gedacht
Um Emissionen auch bei der organischen Düngung noch effizienter mindern zu können, hat SKW Piesteritz seine langjährig bekannte Stickstoffstabilisator-Technologie mit PIADIN® neo neu gedacht. Dank pflanzenbaulich optimierter Formulierung, welche noch besser an die Herausforderungen aktueller Klimaextreme, wie Starkniederschläge und Trockenperioden, angepasst wurde, können Nitratverluste um bis zu 50 Prozent und Denitrifikationsverluste in Form von Lachgas um bis zu 60 Prozent wirksam reduziert werden. Dies ist aktiver Klimaschutz, da Lachgas im Vergleich zu CO2 knapp 300-mal klimawirksamer ist. Der komplementäre Einsatz zweier Nitrifikationsinhibitoren über PIADIN® neo erlaubt eine hocheffiziente Stabilisierung. Die Umwandlung des Stickstoffs von der nicht auswaschungsgefährdeten Ammonium- zur mobilen Nitratform wird um den Faktor 2 bis 4 verzögert. Das Stickstoffangebot aus der organischen Düngung und der Stickstoffbedarf der Pflanzenbestände werden somit perfekt synchronisiert. Der Clou – all das wird mit einer im Vergleich zum bisher bekannten PIADIN® halbierten Produkt-Aufwandmenge je Hektar erreicht, woraus sich insbesondere Vorteile hinsichtlich der Anwendungseffizienz, des Handlings, der Logistik sowie der Lagerung ergeben.

„Mit PIADIN® neo verfolgen wir einen wichtigen Grundsatz: Stickstoff, der bereits im landwirtschaftlichen Kreislauf vorhanden ist, soll möglichst effizient für die Pflanze genutzt und vor Austrägen in die Umwelt bewahrt werden“, erklärt Dr. Tobias Kirschke, Verkaufsleiter PIADIN® neo bei SKW Piesteritz. „Eine bessere Stickstoffeffizienz bedeutet weniger Verluste, höhere Erträge und damit gleichzeitig einen ökologischen und ökonomischen Vorteil für den landwirtschaftlichen Betrieb bei gleichzeitiger Flexibilisierung der Ausbringzeiträume.“

Die alpha-Produktlinie: Emissionsreduktion bereits bei der Herstellung
Bei Stickstoffdüngern der alpha-Produktlinie, wie ALZON® alpha neo-N oder PIAMON® alpha 33-S, erzielt SKW Piesteritz durch den anteiligen Einsatz von Biomethaneinen bis zu 90 Prozent niedrigeren CO2-e-Fußabdruck in der Produktion. Die Premiumdünger, insbesondere die ALZON®-Variante, überzeugen neben der klimafreundlicheren Produktion durch innovative Inhibitoren, die klimaschädliche Lachgasemissionen um bis zu 60 Prozent mindern und so die Landwirte bei der Erreichung von Klimazielen unterstützen.

The alpha product line: Emission reduction right from production
For nitrogen fertilisers of the alpha product line, such as ALZON® alpha neo-N or PIAMON® alpha 33-S, SKW Piesteritz achieves up to a 90 percent lower CO2-e footprint in production through the partial use of biomethane. These premium fertilisers, particularly the ALZON® product, stand out not only for their more climate-friendly production but also for their innovative inhibitors, which reduce climate-damaging nitrous oxide emissions by up to 60 per cent, thereby helping farmers to meet their climate targets.