Neues Schweine-Parvovirus in Dänemark identifiziert

18. Juni 2026 / Universität Kopenhagen / Dänemark
https://ivh.ku.dk/
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30-Jun-2026 (heute)

Ein neues Schweine-Parvovirus (nPPV), das erstmals in den Niederlanden auftrat, zeigte sich auch auf einem dänischen Zuchtbetrieb, auf dem einige Tiere klinische Anzeichen des neuen Syndroms zeigten. Dazu gehören hervortretende Augen, Hautläsionen, Haarausfall und Wachstumsverzögerungen.

Das Virus konnte in den Lebern und Milzen aller untersuchten Schweine nachgewiesen werden; genetische Sequenzierungen zeigten eine enge Ähnlichkeit zu den niederländischen Stämmen. Allerdings ist bisher unklar, wie und wann das Virus in dänische Bestände gelangte.

Das Syndrom, das im Herbst 2024 erstmals in den Niederlanden beschrieben wurde, betrifft vor allem junge Tiere und kann bis zu 80 % der Schweine in der Hälfte der Würfe betreffen.

Zusätzlich zu Haut- und Augenläsionen traten Wachstumsverzögerungen, Durchfall nach dem Absetzen und unspezifische Atemwegssymptome auf, während die Sterblichkeit insgesamt niedrig bleibt. Der Infektionsverlauf auf einem Betrieb dauert 3–6 Monate, was auf die Entwicklung einer natürlichen Immunität hinweist. Bis Mitte 2025 war das Virus bereits auf mehr als 70 niederländischen Betrieben nachgewiesen, was auf eine erhebliche Verbreitung hindeutet.

Der neue Erreger gehört zur Familie der Parvoviren, unterscheidet sich jedoch genetisch vom klassischen Schweineparvovirus (PPV), das das SMEDI-Syndrom verursacht. Die derzeit verfügbaren PPV-Impfstoffe bieten offenbar keinen Schutz gegen nPPV. Außerdem lässt sich das Virus nicht mit den üblichen PCR-Tests für PPV nachweisen, weshalb spezielle diagnostische Verfahren notwendig sind, die bereits in den Niederlanden und an der Universität Kopenhagen entwickelt wurden.

Obwohl das Virus bei allen untersuchten symptomatischen Tieren festgestellt wurde, konnte der kausale Zusammenhang zwischen der Infektion und dem klinischen Syndrom noch nicht eindeutig belegt werden.

Weitere epidemiologische Untersuchungen und experimentelle Studien sind erforderlich, um die pathogene Rolle des Virus zu bestätigen. Bis dahin raten die Forscher Züchtern und Tierärzten, auf die beschriebenen klinischen Anzeichen zu achten und verdächtige Fälle zu melden, um die Ausbreitung des Virus über die Niederlande und Dänemark hinaus besser einschätzen zu können.