333-Umfrage zu den Schweinepreisen im Jahr 2026: Weltweit herrscht Pessimismus – alle Märkte erwarten niedrigere Preise als im Jahr 2025

333 Staff.

26-Jun-2026 (heute)

Die Community der 333-Nutzer hat sich erneut an unserer jährlichen Umfrage zu den Erwartungen hinsichtlich der Schweinepreise im laufenden Jahr beteiligt. In diesem Jahr haben wir mehr als 550 Antworten aus verschiedenen Ländern erhalten. Die neun Märkte mit den meisten Antworten – also jene, für die genügend Daten für eine aussagekräftige Analyse vorliegen, stellen wir hier vor.

Die folgende Grafik vergleicht die Prognosen für 2026, dargestellt durch den Median und die Spannweite der Antworten, mit zwei wichtigen Referenzwerten: dem tatsächlichen Durchschnittspreis des Jahres 2025 sowie dem historischen Durchschnitt für den Zeitraum 2020–2025.

<p>Abb. 1: Schweinepreisprognosen f&uuml;r 2026: Vergleich der Vorhersagen von 333-Nutzern mit dem tats&auml;chlichen Durchschnittspreis des Jahres 2025 sowie dem Durchschnitt der Jahre 2020&ndash;2025. F&uuml;r jedes Land zeigt der orangefarbene Balken die Spannweite der Antworten mit den jeweiligen Minimal-, Median- und Maximalwerten. Der tats&auml;chliche Durchschnittspreis des Jahres 2025 sowie der Durchschnitt der Jahre 2020&ndash;2025 werden durch blaue Punkte dargestellt. Die Anzahl der pro Land analysierten Datenpunkte ist jeweils in Klammern angegeben.</p>

Ein gemeinsamer Nenner: Alle Märkte erwarten niedrigere Preise als im Jahr 2025

Die auffälligste Erkenntnis der diesjährigen Umfrage ist die Übereinstimmung der Erwartungen. In allen neun analysierten Märkten – fünf in Europa, zwei in Amerika und zwei in Asien – liegt die Medianprognose für 2026 unter dem tatsächlich erreichten Preisniveau des Jahres 2025. Dies ist in dieser Umfrage-Serie ungewöhnlich, da es in der Vergangenheit stets Märkte gab, die von steigenden Preisen ausgingen und damit den Pessimismus anderer Märkte zumindest teilweise ausglichen.

Europa: In allen Märkten werden sinkende Preise erwartet

Die fünf europäischen Märkte zeichnen ein klar pessimistisches Bild, allerdings mit einigen Nuancen. Die Erwartungen in Europa lassen sich nicht von der Situation in Spanien trennen, dem größten Produzenten der EU, das Ende 2025 in der Provinz Barcelona das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen bestätigte – 30 Jahre nach ihrer erfolgreichen Ausrottung. Diese Bestätigung löste eine Kettenreaktion aus: Mehrere Drittländer setzten automatisch ihre Einfuhrzertifikate aus, wodurch die Exporte eines erheblichen Teils der spanischen Produktion zum Erliegen kamen. Dieser Teil wird nun vom europäischen Binnenmarkt aufgenommen und verstärkt den Preisdruck auf dem gesamten Kontinent.

In diesem Zusammenhang lässt sich der einhellige Pessimismus der befragten europäischen Märkte auch als Ausdruck dieser gegenseitigen Abhängigkeit interpretieren: Wenn der größte Produzent der Union von einer Krise dieser Art betroffen ist, breiten sich die Auswirkungen auf den gesamten europäischen Markt aus.

Schauen wir uns nun an, wie unsere europäischen Nutzer die Preisentwicklung in diesem Jahr einschätzen.

Bei den Befragten aus Spanien, dem Markt mit der höchsten Beteiligung (181 Antworten), weicht die Prognose am stärksten von der jüngsten Realität ab: Die erwarteten Preise liegen bei 1,28 €/kg Lebendgewicht, verglichen mit einem tatsächlichen Preis von 1,57 €/kg im Jahr 2025 sowie einem historischen Durchschnitt von 1,59 €/kg im Zeitraum 2020–2025. Die spanischen Befragten erwarten damit für 2026 Preise, die etwa 19 % unter dem Vorjahresniveau liegen und auch unter dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre. Die Spannweite der Antworten ist ebenfalls die größte (von 0,80 bis 2,27 €/kg) und spiegelt eine erhebliche Uneinigkeit der Einschätzungen wider.

In Italien zeigt sich ein ähnliches Muster: Der erwartete Preis von 1,75 €/kg Lebendgewicht entspricht einem Rückgang von 11 % gegenüber dem tatsächlichen Preis im Jahr 2025 (1,96 €/kg) und liegt auch unter dem historischen Durchschnitt (1,91 €/kg). In Frankreich spiegelt der Medianpreis von 1,56 €/kg Schlachtgewicht einen Rückgang von 8 % gegenüber 2025 (1,70 €/kg) wider und liegt ebenfalls weiter unter dem Durchschnitt der Jahre 2020–2025 (1,75 €/kg).

Deutschland und Polen zeigen etwas moderatere pessimistische Erwartungen. Die Nutzer in Deutschland erwarten einen Preis von 1,75 €/kg Schlachtgewicht, 5 % unter dem Niveau von 2025 (1,84 €/kg). In Polen liegt der Median bei 7,68 PLN/kg Schlachtgewicht und damit leicht unter dem tatsächlichen Preis von 2025 (7,89 PLN/kg).

Nord- und Südamerika: Trendbruch mit pessimistischen Erwartungen

Eine der bedeutendsten Veränderungen im Vergleich zu früheren Umfragen ist der Stimmungsumschwung in den amerikanischen Märkten. In den vergangenen Jahren fielen insbesondere Mexiko und Kolumbien durch ihre optimistischen Erwartungen auf und wirkten damit dem Pessimismus in Europa entgegen. Im Jahr 2026 ist dieser Gegenpol jedoch verschwunden.

In Mexiko wird ein Medianpreis von 42 MXN/kg Lebendgewicht erwartet, der unter dem tatsächlichen Preis von rund 46 MXN/kg im Jahr 2025 liegt (-9 %). In Kolumbien liegt der erwartete Preis von 8.500 COP/kg Lebendgewicht ebenfalls unter dem tatsächlichen Preis von 2025 (9.297 COP/kg) sowie unter dem historischen Durchschnitt der Jahre 2020–2025 (9.000 COP/kg). Die Umfragebeteiligung war in beiden Märkten jedoch begrenzt, weshalb bei der Interpretation dieser Daten Vorsicht geboten ist – die Richtung der Erwartungen ist dennoch eindeutig.

Asien: China sehr pessimistisch, Vietnam nahezu unverändert

In Asien sind die Unterschiede zwischen den Märkten am stärksten ausgeprägt. China wies relativ gesehen eine der pessimistischsten Preiserwartungen auf: Der Medianpreis von 12 CNY/kg Lebendgewicht entspricht einem Rückgang von 17 % gegenüber dem tatsächlichen Preis des Jahres 2025 (14,45 CNY/kg) und liegt zudem deutlich unter dem historischen Durchschnitt der Jahre 2020–2025, der sich auf rund 15 CNY/kg beläuft. Die chinesischen Nutzer erwarten damit deutlich niedrigere Preise als in den vergangenen Jahren, was mit den strukturellen Herausforderungen im Einklang steht, mit denen die Branche im Land zu kämpfen hat.

Vietnam ist der einzige Markt, dessen Erwartungen nahezu unverändert geblieben sind: Der Median der Prognosen (62.000 VND/kg Lebendgewicht) liegt sehr nahe am tatsächlichen Preis des Jahres 2025 (63.440 VND/kg); die Abweichung beträgt lediglich 2 %. Damit ist Vietnam der am wenigsten pessimistische Markt unter allen analysierten Märkten.

Rationale Korrektur oder übermäßige Vorsicht?

Die tatsächlichen Zahlen werden wir erst am Ende des Jahres kennen. Dann wird sich – wie jedes Jahr – zeigen, wer mit seinen Einschätzungen der Realität am nächsten gekommen ist. Bis dahin bietet die Grafik eine Momentaufnahme der allgemeinen Zurückhaltung – ein ungewöhnliches Phänomen in der Geschichte dieser Umfrage.