EuroTier 2026: Emissionsminderung in der Schweine- und Geflügelhaltung

31. März 2026 - EuroTier

01-Apr-2026 (heute)

logoDie Weiterentwicklung emissionsarmer Stallkonzepte ist hierbei ein dynamisches Feld. Die EuroTier 2026 bietet einen Überblick über aktuelle Entwicklungen. Das DLG-Spotlight Emissionsminderung wird in Hannover praxisbewährte und noch in der Erprobung begriffene Maßnahmen für die Schweine- und Geflügelhaltung zeigen und das Thema durch Fachvorträge auf den beiden DLG-Expert Stages Schwein und Geflügel ergänzen.

Die Anforderungen an den Emissionsschutz in der Nutztierhaltung sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Ammoniak- und Treibhausgasemissionen, aber auch Geruchs- und Staubemissionen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies, Produktionsverfahren stärker unter Umweltgesichtspunkten zu optimieren. Gleichzeitig müssen technische Lösungen praxistauglich, wirtschaftlich und zuverlässig sein. Emissionsminderung ist daher kein Einzelthema mehr, sondern Bestandteil eines ganzheitlichen Betriebsmanagements.

Emissionsminderung in der Schweinehaltung

Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen zur Emissionsminderung in der Schweinehaltung beginnt bereits bei der Fütterung. Ziel ist es, die Ausscheidung vor allem von Stickstoff (Harnstoff) zu reduzieren, um die Entstehung von Ammoniak schon im Stall zu begrenzen. Grundlage dafür ist eine möglichst bedarfsgerechte Versorgung der Tiere mit Aminosäuren. N- und P-reduzierte Fütterungsverfahren sind anerkannte BVT und können die Ammoniakfreisetzung maßgeblich senken.

Stalltechnik und Managementmaßnahmen

Neben der Fütterung sind stalltechnische Maßnahmen entscheidend für die Emissionsminderung. Ammoniak entsteht vor allem dann, wenn Kot und Harn zusammentreffen und längere Zeit auf Stalloberflächen verbleiben. Ziel moderner Stallkonzepte ist, den mikrobiellen Prozess der Ammoniakentstehung möglichst frühzeitig zu unterbrechen.

Gülleführung, -kühlung und Kot-Harn-Trennung

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Reduzierung der emittierenden Oberflächen im Güllekanal durch den Einbau schräger Wände, beispielsweise durch V-förmige Wannen aus Kunststoff. Dadurch wird der Querschnitt des Güllekanals verkleinert. Verbunden wird dies häufig mit Maßnahmen zum schnellen Abtransport der Exkremente aus dem Stall. Je kürzer deren Verweildauer im Stall, desto geringer ist die Ammoniakfreisetzung.

Abluftreinigung und weitere Verfahren

In größeren zwangsbelüfteten Anlagen sind Abluftreinigungsanlagen heute ein wichtiger Bestandteil des Emissionsschutzes. Diese Systeme filtern Schadstoffe aus der Stallluft und können Ammoniak- sowie Staubemissionen um mindestens 70 Prozent reduzieren. Gleichzeitig werden Geruchsemissionen deutlich verringert. Für große Anlagen sind Abluftreinigungsanlagen nach BImSchG verpflichtend.

Neben den beschriebenen Maßnahmen werden verschiedene zusätzliche Verfahren erprobt. Dazu gehört beispielsweise die Ansäuerung der Gülle. Durch einen niedrigeren pH-Wert liegt Stickstoff überwiegend als Ammonium vor und kann nicht als Ammoniak ausgasen. Studien zeigen Emissionsminderungen von über 60 Prozent, allerdings sind bauliche Anpassungen und Korrosionsschutzmaßnahmen erforderlich.

Emissionsminderung in der Geflügelhaltung

Auch in der Geflügelhaltung entstehen Ammoniakemissionen vor allem durch mikrobiologische Abbauprozesse im Kot beziehungsweise in der Einstreu. Entsprechend konzentrieren sich viele Maßnahmen auf ein optimiertes Einstreu- und Stallklimamanagement. Beispielsweise kann der Einstreu ein pH-Wert senkendes Additiv zugesetzt werden. Durch eine starke Absenkung des pH in der Einstreu bis etwa pH 2 wird das mikrobielle Wachstum gehemmt und Ammoniak in der Mistauflage chemisch als Ammoniumsulfat gebunden.

DLG-Spotlight und -Expert Stages auf der EuroTier 2026

Auf der EuroTier 2026 zeigt das DLG-Spotlight Emissionsminderung praxisnahe Lösungen, wie sich moderne Tierhaltung und Umweltschutz miteinander vereinbaren lassen. Aussteller präsentieren innovative Verfahren und Technologien zur Reduktion von Emissionen in der Schweine- und Geflügelhaltung und geben damit Landwirtinnen und Landwirten konkrete Ansätze zur Weiterentwicklung ihrer Betriebe an die Hand. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass wirksame Emissionsminderung nicht durch eine einzelne Maßnahme erreicht wird, sondern durch einen abgestimmten Maßnahmenmix aus Technik, Management und Fütterung.

Besuchende erhalten einen kompakten Überblick über aktuelle Entwicklungen, Best-Practice-Beispiele und zukünftige Lösungswege für eine umwelt- und ressourcenschonende Produktion. Zu sehen sind unter anderem Demonstratoren moderner Stalltechnik, etwa für Güllekanäle, Abluftreinigung oder Futter- und Einstreuzusätze. Ergänzt wird dies durch Praxisbeispiele aus der Schweine- und Geflügelhaltung, die zeigen, wie Fütterungs- und Managementmaßnahmen Emissionen reduzieren können. Zudem geben Innovationen aus Forschung und Entwicklung Einblicke in neue, verfahrensintegrierte Ansätze. Fachvorträge zu Themen wie TA Luft, BVT, Fütterungsstrategien und emissionsoptimierten Stallkonzepten vertiefen die Inhalte.

Inhaltlich ergänzt wird das Spotlight durch zwei tierartspezifische Bühnenformate: die DLG-Expert Stage Schwein und die DLG-Expert Stage Geflügel. Auf der DLG-Expert Stage Schwein diskutieren Aussteller gemeinsam mit Fachleuten aus Praxis, Wissenschaft und Beratung, wie Tierwohl, Fütterung und Emissionsminderung wirtschaftlich tragfähig werden können. Die DLG-Expert Stage Geflügel widmet sich den besonderen Anforderungen der Geflügelhaltung, etwa in den Bereichen Hygiene, Tierwohl, Fütterung und Umweltwirkung, und beleuchtet aktuelle Produktionskonzepte, innovative Haltungsansätze sowie Zukunftstrends für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Geflügelwirtschaft.