8. Januar 2026/ 333-Redaktion mit Daten des ADIS.
10-Feb-2026 (heute)Die Krankheit wurde erstmals 1921 in Kenia beschrieben und ist nach wie vor in weiten Teilen Subsahara-Afrikas endemisch. Jahrzehntelang blieb die ASP auf den afrikanischen Kontinent beschränkt, sodass das Risikobewusstsein außerhalb dieser Region gering war. 1957 wurde das Virus erstmals außerhalb Afrikas nachgewiesen, und zwar in Portugal, womit seine internationale Ausbreitung begann. Obwohl eine rasche Bestandskeulung die Seuche zunächst eindämmte, trat sie in den 1960er Jahren in Spanien erneut auf und konnte dort erst 1995 ausgerottet werden. In den 1970er und 1980er Jahren kam es dann in Ländern wie Andorra (1975), Belgien (1985), Frankreich (1964, 1967 und 1974), Malta (1978), den Niederlanden (1986) und Italien (1967, 1969 und 1993) zu sporadischen Ausbrüchen (Rose und Le Potier, 2020).
Ein entscheidender Wendepunkt war 2007, als die ASP erstmals in Osteuropa, nämlich in Georgien, nachgewiesen wurde. Von dort aus verbreitete sich das Virus über den gesamten Kontinent und erreichte schließlich im November 2025 Spanien.
Die folgende Karte stellt das Wiederauftreten der ersten ASP-Fälle in Europa ab 2007 chronologisch dar und zeigt die geografische Ausbreitung der Seuche im Zeitverlauf. Sie macht damit sowohl das Ausmaß als auch die Geschwindigkeit der Virusverbreitung über den Kontinent deutlich.

Hausschweine
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 937 Ausbrüche bei Hausschweinen verzeichnet, was einem Anstieg von 25 % gegenüber 2024 (752 Ausbrüche) entspricht. Diese Zahl liegt jedoch deutlich unter den historischen Spitzenwerten der Jahre 2018-2019 und insbesondere 2023, als es mehr als 4.500 Ausbrüche gab, vor allem infolge des Auftretens der Krankheit in Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Rumänien.
Im vergangenen Jahr konzentrierte sich das Geschehen erneut auf Osteuropa und den Balkan, mit schweren Ausbrüchen in Rumänien, Serbien, Kroatien, Moldawien und Bosnien-Herzegowina. Andere Länder zeigten hingegen eine deutliche Stabilisierung oder Rückgänge, wie etwa Deutschland, das nach zehn Ausbrüchen im Jahr 2024 im vergangenen Jahr keine neuen Fälle bei Hausschweinen verzeichnete.
Wildschweine
Die Situation bei Wildschweinen im Jahr 2025 ist besonders auffällig: Die Zahl der gemeldeten Fälle stieg im Vergleich zum Vorjahr um 44 % (11.054 Fälle gegenüber 7.672) und erreichte damit den zweithöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen, nur noch übertroffen vom Jahr 2021, in dem 12.150 Fälle bestätigt wurden. Besonders bemerkenswert ist das Wiederauftreten der Krankheit in Spanien Ende November, wo bisher 13 Fälle nachgewiesen wurden, alle innerhalb des Hochrisikogebiets von 6 km rund um den ersten Fundort herum.
Die Zahl der Fälle bei Wildschweinen nahm in den meisten Ländern zu, wobei der prozentuale Anstieg in Estland am deutlichsten ausfiel. Dort war sie seit dem Höchststand im Jahr 2016 (1.052 Fälle) allmählich auf 36 Fälle im Jahr 2024 zurückgegangen, stieg jedoch 2025 wieder auf 259 an. Die Länder mit den meisten Fällen waren Polen mit 3.351 (ein Anstieg von fast 50 % gegenüber 2024) und Deutschland mit 1.992 (+113 % gegenüber 2024), gefolgt von Lettland, Bulgarien, Ungarn, Litauen und Italien.