2. Dezember 2025/ FAO Meat Market Review: Emerging trends and outlook in 2025.
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Die weltweite Schweinefleischproduktion wird für 2025 auf 126,3 Millionen Tonnen prognostiziert, was einem Anstieg von 1,0 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der nur begrenzte Zuwachs der Sauenbestände sowie anhaltende Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP), insbesondere in Teilen Asiens und Europas, die weiterhin die Seuchenbekämpfung erschweren, dürften durch Produktivitätssteigerungen und eine verbesserte Effizienz im Herdenmanagement ausgeglichen werden, wodurch das weltweite Produktionswachstum gestützt wird.
In China, dem weltweit größten Erzeuger, wird mit einem Anstieg der Produktion gerechnet, da die Erzeuger die Schlachtungen beschleunigen, um übergroße Bestände abzubauen. Hintergrund ist die Entscheidung der Regierung, den nationalen Sauenbestand um rund 1 Million Tiere – von etwa 40,4 Millionen auf 39,5 Millionen – zu reduzieren, um das Marktgleichgewicht wiederherzustellen und die Preise zu stabilisieren. Darüber hinaus zielt das jüngst verhängte Verbot der sogenannten „Sekundärmast“ – einer Praxis, bei der schlachtreife Schweine in Erwartung höherer Preise zurückgehalten oder über das optimale Schlachtgewicht hinaus weitergemästet werden – darauf ab, Marktmanipulationen einzudämmen und eine geordnetere Anpassung der Angebotsmengen nach unten zu fördern.
In Brasilien, Russland und Vietnam werden Produktionsausweitungen erwartet, getragen von einer steigenden Inlands- und Exportnachfrage.
In der Europäischen Union hingegen dürfte die Produktion nur geringfügig zunehmen, da anhaltende Herausforderungen im Bereich der Tiergesundheit sowie strenge Umwelt- und Tierschutzvorschriften die Erholung der Bestände weiterhin bremsen und eine Produktionsausweitung verhindern.
Im Gegensatz dazu wird für die USA ein leichter Produktionsrückgang erwartet, der auf eine geringere Zahl schlachtreifer Schweine aufgrund von Krankheitsausbrüchen, insbesondere des Porzinen Reproduktiven und Respiratorischen Syndroms (PRRS), zurückzuführen ist. Dieser Rückgang dürfte jedoch durch höhere Schlachtkörpergewichte infolge niedrigerer Futterkosten teilweise ausgeglichen werden.
Der weltweite Handel mit Schweinefleisch wird 2025 voraussichtlich 10,2 Millionen Tonnen erreichen, was einem Anstieg von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Eine höhere Importnachfrage wird insbesondere auf den Philippinen und in Vietnam erwartet, wo die inländische Produktion durch wiederkehrende ASP-Ausbrüche gebremst wird.
Die Importe Mexikos dürften ebenfalls zunehmen, angekurbelt durch eine stärkere Nachfrage aus dem Hotel-, Restaurant- und Gemeinschaftsverpflegungssektor sowie durch die Substitution von Rindfleisch durch preisgünstigeres Schweinefleisch seitens der Verbraucher.
Auch in Argentinien wird ein deutlicher Anstieg der Importe erwartet, getragen von wachsendem Verbraucherinteresse und den jüngsten Regierungsmaßnahmen, die die Importverfahren gestrafft und den Marktzugang für ausländische Anbieter erleichtert haben. Dies führte in den vergangenen Monaten zu einem sprunghaften Anstieg der Importgenehmigungen.
Die Importe Chinas dürften hingegen leicht zurückgehen, was auf ein inländisches Überangebot an frischen Standardteilstücken, verarbeitetem Schweinefleisch und Erstzerlegungsteilen zurückzuführen ist. Dieser Rückgang wird teilweise durch eine anhaltend hohe Nachfrage nach Schlachtnebenerzeugnissen und spezifischen Schweinefleischprodukten ausgeglichen, die weiterhin die Käufe für die Verarbeitungs- und Gastronomiesektoren stützt. Nach erhöhten Importen in der ersten Jahreshälfte haben reichliche inländische Angebotsmengen sowie die im September verhängten vorläufigen Antidumpingzölle auf EU-Schweinefleisch – in Höhe von 15,6 bis 62,4 % – die Importvolumina gedämpft. Das endgültige Ergebnis der Untersuchung wird für Mitte Dezember 2025 erwartet.
Auch in der Republik Korea wird mit einem Rückgang der Importe gerechnet, da der Inflationsdruck die Verbraucher dazu veranlasst, auf günstigere Proteinquellen auszuweichen, während in Japan hohe inländische Lagerbestände den Importbedarf verringern dürften.
Ein Großteil der weltweiten Importnachfrage wird voraussichtlich durch Brasilien gedeckt werden, dessen Exporte um etwa 15 % steigen dürften, sowie durch Russland, wo die Exporte gestützt auf umfangreiche exportfähige Angebotsmengen um mehr als 30 % zulegen könnten. Dagegen werden die Lieferungen aus der Europäischen Union und den USA aufgrund der schwächeren Nachfrage aus wichtigen asiatischen Absatzmärkten voraussichtlich zurückgehen.